Ziele 2017-10-18T09:08:12+00:00

Entwicklung Forschungsinfrastruktur für qualitative AIS-Daten – Aufbau des FDZ eLabour:

Um die an den beteiligten Forschungseinrichtungen produzierten Materialien zu erschließen, für die Nachnutzung verfügbar zu machen und schrittweise für interessierte WissenschaftlerInnen zu öffnen, muss eine geeignete Forschungsinfrastruktur entwickelt werden. Innerhalb des FDZ eLabour  werden bereits existierende Anwendungen (z.B. DARIAH, soeb VFU, Re-SozIT etc.) systematisch genutzt und weiterentwickelt.

Austausch und Kooperation mit weiteren Partnern und Interessenten sowohl in den inhaltlichen Forschungsfragen zum Wandel von Arbeit, wie auch zur Weiterentwicklung qualitativer Methoden, insbesondere bei Sekundäranalysen und Längsschnitt-Fallstudien. Ab Sommer 2018 soll die Forschungsdateninfrastruktur so entwickelt sein, dass sie für externe Nutzer geöffnet werden kann. In der zweiten Förderphase (2018-2020) soll das Zentrum als Verein mit einem Kompetenzzentrum und Nutzercommunity dauerhaft institutionalisiert werden.

 Erschließung & Zugang zu qualitativen AIS-Studien seit 1970

Der reiche Bestand an qualitativen, empirischen Studien aus über 40 Jahren arbeits- und industriesoziologischer Forschung in den beteiligen soziologischen Forschungsinstituten wird erschlossen und nachhaltig verfügbar gemacht. Die Nachnutzung qualitativer AIS-Studien aus mehreren Jahrzehnten ermöglicht neue Forschungsansätze des Wandels von Arbeit:

  • empirische Analyse des Wandels durch qualitative Sekundäranalysen mit zeithistorischer Perspektive
  • Kombination & Re-Interpretation relevanter AIS Studien seit 1970
  • aktuelle Fragestellungen mit empirisch-fundierter zeithistorischer Perspektive

Aus dem neuen Forschungsdesign erwachsen neue methodische Herausforderungen:

  • qualitative Längsschnittanalysen durch Kombination von Primärstudien im Zeitverlauf
  • qualitative Querschnittanalysen durch Kombination von Primärstudien zu einem Thema
  • qualitative Längsschnittanalysen durch Kombination einer aktuellen Studie mit zeithistorischen Primärstudien

Diesem Zweck dient der Aufbau eines Kompetenz- und Beratungszentrums für IT-basierte sekundär-analytische Arbeitsforschung. Das Zentrum hat die Aufgabe, für das analytische Potential einer Re-Analyse qualitativen Materials zu werben, die Weiterentwicklung von IT-basierten Methoden und Werkzeugen voranzutreiben, Forschende zu beraten, sie auch im Rahmen von Veranstaltungen wie Workshops oder Seminaren mit der hier neu entstehenden Forschungslinie vertraut zu machen und sich gezielt für die Ausbildung von interdisziplinär versiertem wissenschaftlichem Nachwuchs in diesem herausfordernden Feld einzusetzen. Das Zentrum verfügt über Niederlassungen an allen beteiligten Forschungseinrichtungen sowie über einen lokalen Schwerpunkt Göttingen, wo sich Koordination und Infrastrukturentwicklung konzentrieren. Die nachhaltige Sicherung des Zentrums über die Projektlaufzeit hinaus wird gemeinsam von allen Antragstellenden gewährleistet, wobei der Anbindung an die Universität Göttingen infrastrukturell eine besonders große Bedeutung zukommt.

Sekundäranalysen: Kombination aktueller & historischer Studien:

In fünf sekundäranalytischen Pilotprojekten zu zentralen Aspekten dieser Neukonturierung werden neue Forschungsperspektiven für die Arbeitssoziologie erschlossen. Materialien aus früheren und gegenwärtigen empirischen Studien werden systematisch in eine Querschnitt- bzw. Längsschnittperspektive integriert, um Erkenntnisse über den Wandel von Arbeit zu gewinnen. Durchführung qualitativer, arbeitssoziologischer Pilotstudien mit Längsschnittanalysen auf der Grundlage ausgewählter Primärstudien aus den beteiligten Instituten, teilweise in Kombination mit aktuellen Folgestudien, Oral-history Interviews und der Auswertung zeithistorischer Kontextmaterialien. Im Rahmen der Pilotstudien werden gemeinsam mit den IT-Partnern IT-Werkzeuge entwickelt und Methoden erprobt.

Entwicklung IT-basierter Such- & Analyse Werkzeuge:

in enger interdisziplinärer Kooperation zwischen den beteiligten Sozial- und IT-/InformationswissenschaftlerInnen. Im Zentrum des Interesses stehen hier innovative Lösungen für die (iterative) semantische und interaktive Suche in sowie für die Analyse von qualitativen, empirischen Daten, für deren dynamische Anonymisierung sowie für die (Re-) Kontextualisierung qualitativer Daten aus unterschiedlichen Primärstudien, die zu verschiedenen Zeitpunkten erhoben wurden.

Formulierung und Etablierung methodologischer Standards für qualitative, IT-basierte Sekundäranalyse in der (Arbeits-)Soziologie. Es werden Regeln und Verfahren erarbeitet und erprobt sowie entsprechende Erfahrungen in die fachwissenschaftliche Diskussion (z.B. im Rahmen von DGS, RatSWD, gesis, DARIAH und anderen DH-Verbünden oder DDI) mit dem Ziel eingebracht, zur Institutionalisierung von allgemein akzeptierten Standards beizutragen, wobei die Abstimmung mit anderen qualitativ arbeitenden Disziplinen in den Sozial-, Wirtschafts- und Geisteswissenschaften von großer Bedeutung sein wird.

Die für die besonderen Anforderungen qualitativer, arbeitssoziologischer Forschung optimierte Forschungsinfrastruktur beinhaltet ein intelligentes Speicher- und Datenschutzkonzept mit Anonymisierungswerkzeugen, flexible Metadatenstrukturen mit It-Werkzeugen zur Generierung, umfassende Suchwerkzeuge und Analysetools.

IT-basierte Erschließung von zeithistorischen Kontextquellen

Erprobung neuer arbeitssoziologischer Forschungsansätze durch die systematische Integration empirischer Momentaufnahmen in eine Querschnitt- bzw. Längsschnittperspektive. Zu diesem Zweck werden insgesamt fünf sekundäranalytische Pilotprojekte zu zentralen Aspekten der Neukonturierung von Arbeit und Produktion seit den 1970er Jahren durchgeführt, die zugleich als Testfälle für die Konkretisierung von Nutzer-Anforderungen an IT-basierte Methoden und als Anwendungsfälle für deren Erprobung in der Forschungspraxis dienen.