Der jün­ge­re his­to­ri­sche Struk­tur­wan­del von Arbeit wird heu­te – retro­spek­tiv – häu­fig in Begrif­fen einer stei­gen­den Sub­jek­ti­vie­rung und Ver­markt­li­chung ana­ly­siert. Aber wie lässt sich das Ver­hält­nis von Arbeits­sub­jekt, betrieb­li­cher und per­so­na­ler Auto­ri­tät und Markt beschrei­ben, wenn wir die aktu­el­len arbeits­so­zio­lo­gi­schen Kate­go­rien auf die Pha­se for­dis­ti­scher Arbeits­or­ga­ni­sa­ti­on und ihr ver­schie­de­nen Umbruchs­sta­di­en anwen­den und die­se sys­te­ma­tisch mit aktu­el­len Ratio­na­li­sie­rungs­be­din­gun­gen ver­glei­chen?  Wel­che Kor­rek­tu­ren, Rela­ti­vie­run­gen oder auch Schär­fung der Wand­lungs­the­sen wer­den durch eine Sekun­där­ana­ly­se von his­to­ri­schem und aktu­el­len Mate­ri­al ange­regt? Am Bei­spiel von drei grö­ße­ren Stu­di­en aus den 1970er, 1990er und 2010er Jah­ren möch­ten wir zei­gen, wel­che Erträ­ge und Gren­zen mit einem sekun­där­ana­ly­ti­schen his­to­ri­schen Fall­ver­gleich ver­bun­den sind. Eine zen­tra­le inhalt­li­che The­se des Bei­trags lau­tet, dass wir es – zumin­dest im ers­ten Ver­gleichs­ab­schnitt – zwar ein­deu­tig mit Ten­den­zen einer orga­ni­sa­tio­na­len Inter­na­li­sie­rung von Markt­prin­zi­pi­en und ent­spre­chend gewan­del­ten sub­jek­ti­ven Deu­tun­gen von Beschäf­tig­ten zu tun haben. Dies lässt sich aber nicht ein­fach als eine blo­ße Erhö­hung vom Markt­druck oder erwei­ter­te Kom­mo­di­fi­zie­rung von Arbeits­kraft begrei­fen. Viel­mehr besteht bereits in den 1970er Jah­ren eine hohe Abhän­gig­keit von Markt­ri­si­ken, die auch von den Beschäf­tig­ten als sol­che wahr­ge­nom­men wird. Der cha­rak­te­ris­ti­sche Umbruch in der Arbeit lässt sich eher als Struk­tur­wan­del des orga­ni­sa­tio­na­len und sub­jek­ti­ven Umgangs mit Markt­ri­si­ken deu­ten denn als ein­fach Grenz­ver­schie­bung zwi­schen Markt und Orga­ni­sa­ti­on.