Ein­fluss von Arbeits­sphä­re und Frei­zeit­be­reich auf die Ver­hal­tens­wei­sen und Bewusst­seins­for­men von Indus­trie­ar­bei­tern

Kurz­ti­tel: SOFI Frei­zeit­stu­die 1974

 

DOI:

https://doi.org/10.60613/el00001

Publisher:

  • FDZ eLa­bour

For­schungs­da­ten:

Qua­li­ta­ti­ves Daten­ma­te­ri­al

  • Inter­views

Daten­nut­zung:

Zugang: Platt­form eLa­bour mit Abschluß eines Nut­zungs­ver­tra­ges

Abs­tract
Das Pro­jekt befasst sich mit zwei Pro­blem­kom­ple­xen: dem Ver­hält­nis von Arbeit und soge­nann­ter Frei­zeit einer­seits in sei­nen Aus­wir­kun­gen auf unter­schied­li­che bzw. gemein­sa­me For­men gesell­schaft­li­chen und poli­ti­schen Bewußt­seins ande­rer­seits. Die in­tegrierte Unter­su­chung die­ser The­ma­tik wird gewähr­leis­tet durch eine sozio-bio­gra­phi­sche Ana­ly­se von lebens­ge­schicht­li­chen Ver­än­de­run­gen und Erfah­run­gen. Mit die­sem Ansatz wird ver­sucht den lebens­ge­schicht­li­chen Hin­tergrund für aktu­ell vor­find­li­che Ver­hal­tens­wei­sen und Bewußt­seins­for­men auf­zu­zei­gen.

Die Unter­su­chung bezieht sich vor allem typi­sche bio­gra­phi­sche Abläu­fe von Indus­trie­ar­bei­tern, auf die aktu­el­le Arbeits- und Frei­zeit­si­tua­ti­on, sowie auf cha­rak­te­ris­ti­sche Iden­ti­fi­ka­ti­ons­be­rei­che in Arbeit und Frei­zeit.

Erhe­bungs­me­tho­de / Sam­ple
Um den Zusam­men­hang von lebens­ge­schicht­li­chem Erfah­rungs­hin­ter­grund, gegen­w­ar­ti­ger Arbeits- und Lebens­si­tua­ti­on und gesell­schaft­li­chen und poli­ti­schen Ein­stel­lun­gen als kom­ple­xes Syn­drom erfas­sen zu kön­nen, wur­de ein Gesprächs­leit­fa­den ent­wi­ckelt, der weit­ge­hend frei von stan­dar­di­sier­ten Fra­gen war und asso­zia­ti­ves Wei­ter­ver­fol­gen von ange­spro­che­nen Pro­ble­men eben­so gestat­tet wie die Auf­klä­rung von auf­tre­ten­den Wider­sprü­chen. Das bedeu­tet, daß der Umfang der anzu­spre­chen­den Pro­ble­me und auch teil­wei­se ihre Rei­hen­fol­ge wenig fest­ge­legt wur­den. Ledig­lich eine Grob­struk­tur war vor­ge­se­hen, auf­grund derer zunächst der Ablauf des All­tags (ein­schließ­lich der Ver­än­de­rung bei Schicht­ar­beit und am Wochen­en­de) detail­liert pro­to­kol­liert wur­de. Ein zwei­ter Kom­plex wur­de aus­schliess­lich dem Lebens­lauf und den Lebens­zie­len gewid­met. In einem drit­ten Kom­plex wur­de schließ­lich der poli­tisch-gesell­schaft­li­che Bereich the­ma­ti­siert, nach Ein­stel­lun­gen zu Gewerk­schaf­ten, Par­tei­en, Staat, der wirt­schaft­li­chen und poli­ti­schen Erwar­tung für die Zukunft gefragt, aber auch nach der poli­ti­schen Sozia­li­sa­ti­on und Pra­xis. Die öko­no­mi­sche Situa­ti­on des jewei­li­gen Haus­halts wur­de über Ein­kom­mens- bzw. Aus­ga­ben­bud­gets erfaßt, des­glei­chen der Besitz­stand an Ver­mö­gen und lang­le­bi­gen Kon­sum­gü­tern.

Die Inter­views wur­den auf­ge­nom­men und tran­skri­biert. Archi­viert ste­hen die Tran­skrip­te als ocr-bear­bei­te­te pdf-datei­en zur Ver­fü­gung.

Das Sam­ple setzt sich zusam­men aus drei Indus­trie­ar­bei­ter­grup­pen ver­schie­de­ner Tätig­keits­be­rei­che, deren Aus­wahl sich weit­ge­hend an der von Kern/Schumann ent­wi­ckel­ten Arbeits­ty­po­lo­gie ori­en­tier­te: unge­lern­te Band- und Maschi­nen­ar­bei­ter, ange­lern­te Meß­war­te, qua­li­fi­zier­te Fach­ar­bei­ter, unter denen sol­che aus dem Instand­hal­tungs­be­reich domi­nie­ren. Außer­dem wur­den in das Sam­ple tech­ni­sche Ange­stell­te als Ver­gleichs­grup­pe zu den Indus­trie­ar­bei­tern mit ein­be­zo­gen. Die Befrag­ten stam­men aus fünf Unter­neh­men unter­schie­dI­i­cher Indus­trie­zwei­ge.

Das Sam­ple umfasst 161 Per­so­nen, die sich auf die Arbeits­ty­pen und die unter­schied­li­chen Bran­chen und Betrie­be wie folgt auf­tei­len: 45 unqua­li­fi­zier­te Band- und Maschi­nen­ar­bei­ter 43 qua­li­fi­zier­te Fach­ar­bei­ter 44 tech­ni­sche Ange­stell­te 29 ange­lern­te Mess­war­ten­ar­bei­ter.

Die Alters­streu­ung des Samples ist recht groß und liegt zwi­schen den Geburts­jahr­gän­gen 1915 und 1950, wobei der klei­ne­re Teil mit 18 Befrag­ten zur sog. Vor­kriegs­ge­nera­ti­on (geb. bis 1929 ) gehört, wäh­rend 63 aus der sog. Kriegs­ge­nera­ti­on (geb. zwi­schen 1930 und 1938) und 80 aus der sog. Nach­kriegs­ge­nera­ti­on (geb. zwi­schen 1939 und 1950) stam­men.

Publi­ka­tio­nen
  • Mar­tin Oster­land, Wil­fried Dep­pe, Frank Ger­lach, Ulrich Mer­gner, Klaus Pel­te, Man­fred Schlös­ser; unter Mit­ar­beit von Hel­ge Alt­krü­ger-Rol­ler, Eber­hard Carl, Wolf Elmen­horst, Fried­rich Cers­ten­ber­ger, Micha­el Schu­mann, Hans Joa­chim Sper­ling (1973): Mate­ria­li­en zur Lebens- und Arbeits­si­tua­ti­on der Indus­trie­ar­bei­ter in der BRD. Stu­di­en­rei­he des Sozio­lo­gi­schen For­schungs­in­sti­tuts (SOFI), Frank­furt (Euro­päi­sche Ver­lags­an­stalt)
  • Wil­fried Dep­pe (1982): Drei Gene­ra­tio­nen Arbei­ter­le­ben. Eine sozio-biographlsc:he Dar­stel­lung. Frank­furt (Cam­pus)

For­schungs­in­sti­tu­ti­on

  • SOFI Göt­tin­gen

Pro­jekt­team:

  • Oster­land, Mar­tin (SOFI Göt­tin­gen)
  • Dep­pe, Wil­fried (SOFI Göt­tin­gen)
  • Schlös­ser, Man­fred (SOFI Göt­tin­gen)
  • Ger­lach, Frank (SOFI Göt­tin­gen)

Stu­di­en­lauf­zeit:

1971 — 1978

Deutsch­land

Web­sei­te:

Geför­dert durch:

Deut­sche For­schungs­ge­mein­schaft (DFG)