Erzieherische Hilfen als Arbeit am Gemeinwohl – Zwischen wirkungsorientierter Steuerung und gleichberechtigter Teilhabe in Deutschland und Großbritannien (GESTE; Teilprojekt II)
DOI:
https://doi.org/10.60613/el00017
Publisher:
- FDZ eLabour
Forschungsdaten:
Qualitatives Datenmaterial
- Experteninterviews
- Beschäftigteninterviews
Datennutzung:
Zugang: Plattform eLabour mit Abschluß eines Nutzungsvertrages
Kontakt:
| Abstract |
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| Im Februar 2020 startete das Forschungsprojekt geste (Erzieherische Hilfen als Arbeit am Gemeinwohl — Zwischen wirkungsorientierter Steuerung und gleichberechtigter Teilhabe in Deutschland und Großbritannien, Laufzeit 2020–2023) als interdisziplinäres Verbundprojekt zwischen der Universität Hamburg und der Universität Siegen. Partizipations- und Teilhabemöglichkeiten werden hier sowohl erziehungswissenschaftlich auf Ebene der Adressat:innen von Prof.‘in Zoe Clark und Team (Universität Siegen) als auch arbeitssoziologisch auf Ebene der Sozialarbeiter:innen von Prof. Wolfgang Menz und Team (Universität Hamburg) erforscht. Es sollen Gelingensbedingungen angemessener und wirkungsvoller Hilfen zur Erziehung unter Berücksichtigung der beteiligten Akteur:innen evaluiert werden. Auf Adressat:innenebene werden dazu über subjektive Perspektiven Teilhabeformate und –chancen rekonstruiert und gefragt, inwieweit diese Partizipation an der Gestaltung sozialer Dienste zulassen und wie der Zusammenhang mit Teilhabemöglichkeiten in Organisationen ausgestaltet ist. Auf Ebene der Sozialarbeiter:innen wird Partizipation in Bezug auf die Möglichkeiten und Grenzen der jeweiligen Fachkräfte untersucht, ihre Arbeitsbedingungen auf individueller und organisationaler Ebene mitzugestalten. Es wird konkret nach Teilhabeerfahrungen, Ansprüchen und Strategien der Fachkräfte gefragt und analysiert, inwiefern die Gemeinwohl- und Adressat:innen-Orientierung der Beschäftigten eine Artikulation und Durchsetzung eigener Interessen als Arbeitnehmer:innen hemmt oder verstärkt.
In Kombination der beiden Teilprojekte wird auch das Synergiepotential ausgelotet: Welche Gemeinsamkeiten und Konflikte gibt es zwischen Nutzer:innen- und Beschäftigtenansprüchen? Welche Formen der Aushandlung bestehen zwischen diesen beiden Gruppen? Der vorliegende Datensatz umfasst die empirischen Materialien aus dem arbeitssoziologischen Teilprojekt II. |
| Erhebungsmethode / Sample |
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| Die Untersuchung folgte einem qualitativ-interpretativen Design. Im Mittelpunkt der empirischen Erhebung standen Interviews mit Expert:innen und Beschäftigten aus dem Bereich der stationären Kinder- und Jugendhilfe in Deutschland und England.
Die Erhebung konzentrierte sich auf Teams in bestimmten Einrichtungen. Ziel war es, die Perspektiven der Befragten in Beziehung zur Arbeitslogik sowie zu den strukturellen Voraussetzungen in den Teams und Einrichtungen zu setzen. Die Erhebung war durch die Coronapandemie geprägt. So war es aufgrund der geltenden Beschränkungen nicht möglich, ins Ausland zu reisen. Dies beeinflusste die Erhebung in England. Zum einen wurde die Interviewakquise stark erschwert, zum anderen konnten die Interviews nur online durchgeführt werden. |
| Um den Einstieg in die feldspezifischen Debatten zu erleichtern, wurden drei explorative Interviews mit Fachkräften geführt. Die Erkenntnisse dieser Interviews flossen in die Erstellung des Leitfadens für die Expert:innengespräche mit ein. Ziel dieser war es, die Perspektiven verschiedener Akteur:innen auf aktuelle Dynamiken und Problemstellungen des Feldes zu eruieren. Hierfür wurden Gespräche mit Vertreter:innen von Organisationen der Interessensvertretungen, Jugendämtern und Trägerleitungen in beiden Ländern geführt.
Das Forschungsfeld zeichnet sich durch eine große Heterogenität der freien Träger aus. Diese sollte sich auch im Sample widerspiegeln. Aufgenommen wurden daher Organisationen verschiedener Größen, thematischer Schwerpunkte und Konfessionen. Um die je spezifische Arbeitslogik einzufangen, wurde bei der Auswahl darauf geachtet, dass eine kritische Masse von mindestens 25 % der Beschäftigten eines Teams zu einem Interview bereit war. Diese Samplingstrategie konnte für den englischen Fall nicht aufrechterhalten werden. Ursächlich hierfür waren die Coronapandemie und die deutlich erschwerten Zugänge zum Feld, die sowohl in der strukturellen Verfasstheit des Feldes als auch der formalen Qualifikationen der Mitarbeiter:innen lagen. |
| Publikationen |
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Forschungsinstitution
- Universität Hamburg
Projektteam:
- Menz, Wolfgang
- Underwood, Lukas
- Rowitz, Lara
- Klußmann, Coco
Studienlaufzeit:
2020- 2023
Deutschland
England
Webseite:
Gefördert durch:
BMBF