Kon­fe­renz: “eLa­bour – Eine For­schungs­platt­form für die qua­li­ta­ti­ve Arbeits­for­schung” (29.09.2020)

Bei die­ser eLa­bour Kon­fe­renz wur­de die ver­bes­ser­te For­schungs­platt­form dem inter­es­sier­ten Wissenschaftler*innen-Kreis prä­sen­tiert. Im Zen­trum der Ver­an­stal­tung steht die Vor­stel­lung der Nut­zungs­mög­lich­kei­ten, die die neu gestal­te­te eLa­bour-For­schungs­platt­form bie­tet und das Daten­schutz­kon­zept von eLa­bour. Die juris­ti­schen Grund­la­gen wer­den von dem Juris­ten Jan Schal­la­böck (Kanz­lei irights, Ber­lin) erläu­tert, bevor die prak­ti­sche Umset­zung der daten­schutz­recht­li­chen Anfor­de­run­gen geschil­dert und dis­ku­tiert wird.  Dar­über hin­aus reflek­tie­ren Arbeitsforscher*innen den aktu­el­len Stand der Debat­te und ihre Erfah­run­gen mit qua­li­ta­ti­ven Sekun­där­ana­ly­sen in der Arbeits­for­schung. Abschlie­ßend um die zukünf­ti­ge Rol­le und die Ange­bo­te von eLa­bour und Koope­ra­ti­ons­mög­lich­kei­ten.


“Kom­ple­xe Dyna­mi­ken glo­ba­ler und loka­ler Ent­wick­lun­gen”: 39. Kon­gress der Deut­schen Gesell­schaft für Sozio­lo­gie (DGS)  in Göt­tin­gen vom 24. bis 28.09.2018.

“Arbeit nach dem For­dis­mus: Poten­tia­le und Pro­ble­me qua­li­ta­ti­ver sekun­där­ana­ly­ti­scher For­schung”; so lau­tet der Titel der Ad-Hoc-Grup­pe mit der eLa­bour sei­nen Bei­trag zu dem Kon­gress leis­ten will.


“Wie den Wan­del von Arbeit unter­su­chen? His­to­ri­sie­ren­de Per­spek­ti­ven und metho­do­lo­gi­sche Her­aus­for­de­run­gen”: Herbst-Tagung der Sek­ti­on „Arbeits- und Indus­trie­so­zio­lo­gie“ der Deut­schen Gesell­schaft für Sozio­lo­gie (DGS). Uni­ver­si­tät Göt­tin­gen, 16./17. Novem­ber 2017.

Wenn aktu­el­le Ent­wick­lun­gen in der Arbeits­welt unter­sucht wer­den, dann inter­es­siert in aller Regel nicht nur eine auf die Gegen­wart bezo­ge­ne Moment­auf­nah­me, son­dern auch, was sich im Ver­gleich zur Ver­gan­gen­heit ver­än­dert hat, was neu ist, ob sich Ent­wick­lungs­li­ni­en nach­zeich­nen oder Umbrü­che dia­gnos­ti­zie­ren las­sen, wie sie sich erklä­ren las­sen und wie sie mit gesell­schafts­wei­ten Ent­wick­lun­gen im Zusam­men­hang ste­hen.


“Neue Kon­tu­ren von Pro­duk­ti­on und Arbeit? Debat­ten über Wege, Risi­ken und Nut­zen IT-basier­ter Sekun­där­ana­ly­se” 1. eLa­bour-Kon­fe­renz (08./09.Februar 2017).

Auf sei­ner ers­ten Werk­statt-Kon­fe­renz hat der For­schungs­ver­bund eLa­bour sei­ne Über­le­gun­gen zum Auf­bau eines neu­en For­schungs­da­ten­zen­trums vor­ge­stellt und über die ers­ten Erfah­run­gen dis­ku­tiert, die in sechs Pilot­pro­jek­ten mit der Sekun­där­ana­ly­se qua­li­ta­ti­ver arbeits­so­zio­lo­gi­scher Stu­di­en gesam­melt wur­den. Die Dis­kus­sio­nen waren aus­ge­spro­chen leb­haft: Kei­nen Zwei­fel gab es dar­an, dass aktu­el­le sozio­lo­gi­sche For­schung enorm davon pro­fi­tie­ren kann, wenn aktu­el­le Fra­ge­stel­lun­gen unter Rück­griff auf empi­ri­sche Stu­di­en aus vier Jahr­zehn­ten bear­bei­tet wer­den – doch wie genau ist ein sol­ches Vor­ha­ben anzu­ge­hen? Wie kann man Mate­ri­al nut­zen, wie muss man es kon­tex­tua­li­sie­ren, wenn man an der Erhe­bung (meist) nicht selbst betei­ligt war? Wel­che Anfor­de­run­gen muss eine IT-basier­te For­schungs­da­ten­in­fra­struk­tur erfül­len, um der­lei Ana­ly­sen zu erleich­tern oder gar erst zu ermög­li­chen – und wel­che Her­aus­for­de­run­gen stellt arbeits­so­zio­lo­gi­sches Mate­ri­al an For­schen­de aus dem Bereich der IT‑ und Infor­ma­ti­ons­wis­sen­schaft? Fra­gen wie die­se stan­den im Mit­tel­punkt der Kon­fe­renz, an der 65 Per­so­nen teil­nah­men. Neben den Mit­glie­dern des inter­dis­zi­pli­nä­ren For­schungs­ver­bun­des (SOFI, ISF Mün­chen, sfs Dort­mund, IfS Jena, L3S, SUB Göt­tin­gen und GWDG) waren der mit aus­ge­wie­se­nen Exper­tIn­nen aus Sozio­lo­gie, IT und Infor­ma­ti­ons­wis­sen­schaft besetz­te Bei­rat, der Pro­jekt­trä­ger und inter­es­sier­te Wis­sen­schaft­le­rIn­nen – vor­wie­gend aus der Sozio­lo­gie – anwe­send. Ziel der Kon­fe­renz war es, den Anwe­sen­den einen ers­ten Ein­blick in den expe­ri­men­tel­len, inter­dis­zi­pli­nä­ren Ent­wick­lungs­pro­zess der neu­en Kon­zep­te, IT-Instru­men­te und Metho­den sowie in die sekun­där­ana­ly­ti­schen Pilot­pro­jek­te zu geben, die in die­sem Ver­bund vor­an­ge­trie­ben wer­den. Die ange­reg­te, offe­ne Dis­kus­si­on zeig­te, dass die von Nico­le May­er-Ahu­ja ein­gangs aus­ge­spro­che­ne Ein­la­dung zur Teil­nah­me an die­sem Pro­zess vom Audi­to­ri­um ange­nom­men wur­de. Der For­schungs­ver­bund betritt in vie­ler Hin­sicht Neu­land. Inwie­fern eine Sekun­där­ana­ly­se qua­li­ta­ti­ver Stu­di­en (sei es in Quer‑ oder Längs­schnitt­per­spek­ti­ve) metho­disch mach­bar und inhalt­lich ertrag­reich sein kann, ist umstrit­ten. Dies lässt sich nur klä­ren, indem man anhand kon­kre­ter Fra­ge­stel­lun­gen in die For­schungs­pra­xis ein­steigt. Eine Her­aus­for­de­rung ergibt sich dar­aus, dass neue arbeits­so­zio­lo­gi­sche For­schungs­an­sät­ze und geeig­ne­te IT-basier­te Werk­zeu­ge par­al­lel ent­wi­ckelt wer­den. Geleb­te Inter­dis­zi­pli­nä­ri­tät im For­schungs­all­tag ist hier­für ent­schei­dend – dies konn­te der Ver­bund über­zeu­gend demons­trie­ren. Im Mit­tel­punkt der ers­ten Ses­si­on stand die Fra­ge, wie anhand einer Sekun­där­ana­ly­se empi­ri­scher Moment­auf­nah­men, die zu unter­schied­li­chen Zeit­punk­ten erho­ben wur­den, eine Läng­schnitt­per­spek­ti­ve auf den Wan­del von Wan­del ent­wi­ckelt wer­den kann. Wolf­gang Dun­kel und Wolf­gang Menz vom ISF Mün­chen skiz­zier­ten ihre Über­le­gun­gen dazu auf Basis der Pilot­pro­jek­te zu neu­en Steue­rungs­for­men von Arbeit (1976–2014) und Inter­ak­ti­ver Dienst­leis­tungs­ar­beit (1985–2009). In sei­nem Kom­men­tar skiz­zier­te Hans Pon­granz, inwie­fern Fall­stu­di­en­me­tho­den anschluss­fä­hig für ver­glei­chen­de Sekun­där­ana­ly­sen sei­en. In Ses­si­on 2 wur­de das Kon­zept der For­schungs­in­fra­struk­tur für qua­li­ta­ti­ve arbeits­so­zio­lo­gi­sche Sekun­där­ana­ly­sen von Clau­dia Nie­de­rée (L3S), Phil­ipp Wie­der (GWDG) und Ste­fan Schmunk (SUB) vor­ge­stellt und ver­deut­licht, wie das Pilot­pro­jekt zur wider­sprüch­li­chen Inte­gra­ti­on von Frau­en in Dienst­leis­tungs­ar­beit davon pro­fi­tie­ren kann, das Ellen Hilf und Kat­ja Pohl­heim (sfs) bear­bei­ten. Die drit­te Ses­si­on kon­zen­trier­te sich auf die Mög­lich­kei­ten der Auf­be­rei­tung und der sekun­där­ana­ly­ti­schen Nut­zung jener zahl­rei­chen qua­li­ta­ti­ven Pri­mär­stu­di­en, die im Ver­lauf der ver­gan­ge­nen Jahr­zehn­te von SOFI, ISF, sfs und IfS Jena durch­ge­führt wur­den. Vor­ge­stellt wur­de exem­pla­risch ein Teil des bereits ver­füg­ba­ren Mate­ri­als (Hei­di Han­ekop, SOFI) und das spe­zi­ell für die qua­li­ta­ti­ven Daten ent­wi­ckel­te Meta­da­ten­mo­dell (Uwe Siko­ra, SUB). Wie die­ses Mate­ri­al genutzt wer­den kann, demons­trier­te Harald Wolf (SOFI) am Bei­spiel des Pilot­pro­jek­tes zur Frag­men­tie­rung von Arbeit in der Auto­mo­bil­in­dus­trie. In Ses­si­on 4 wur­den IT-Werk­zeu­ge zur Suche, Extrak­ti­on und Ana­ly­se von arbeits­so­zio­lo­gi­schem Mate­ri­al am Bei­spiel des Pilot­pro­jek­tes zu Gesell­schafts­bil­dern des Pre­ka­ri­ats vor­ge­stellt, wobei die Sozio­lo­gen John Lüt­ten und Jakob Kös­ter (IfS, Jena) gemein­sam mit den Infor­ma­ti­ke­rIn­nen Clau­dia Nie­de­rée, Nam Khanh Tran (L3S) und Ste­fan Schmunk (SUB) einen leben­di­gen Ein­blick in die metho­di­schen Fra­gen gaben, die sich in der inter­dis­zi­pli­nä­ren Pra­xis stel­len. Die fünf­te Ses­si­on wid­me­te sich schließ­lich der Kon­tex­tua­li­sie­rung von For­schungs­da­ten. Wie „frem­des“ Mate­ri­al aus frü­he­rer Zeit ange­mes­sen re-kon­tex­tua­li­siert wer­den kann und wel­che Rol­le dabei Stu­di­en­kon­text bzw. zeit­his­to­ri­scher Kon­text spie­len, wur­de von Tho­mas Goes (SOFI) am Bei­spiel des Pilot­pro­jek­tes zu Ratio­na­li­sie­rungs­kon­flik­ten in der Auto­mo­bil­in­dus­trie (1980–2005) dis­ku­tiert. Clau­dia Nie­de­rée und Nam Khanh Tran (L3S) prä­sen­tier­ten IT-Werk­zeu­ge, die eine sol­che zeit­his­to­ri­sche Kon­tex­tua­li­sie­rung erleich­tert kön­nen. Die Abschluss­run­de erbrach­te eine Viel­zahl von Anre­gun­gen für den wei­te­ren Auf­bau des Zen­trums und ver­deut­lich­te das Inter­es­se vie­ler Teil­neh­me­rIn­nen an einer Öff­nung von eLa­bour über den Kreis des Ver­bun­des hin­aus. Für uns war die Kon­fe­renz ein Ansporn: wir keh­ren mit neu­em Schwung in den inter­dis­zi­pli­nä­ren For­schungs­all­tag zurück.


eLa­bour Werk­statt-Tagung (05./06. Sep­tem­ber 2016).

35 Wis­sen­schaft­ler und Wis­sen­schaft­le­rin­nen aus eLa­bour und den Part­ner­ein­rich­tun­gen und eini­ge Bei­rats­mit­glie­der haben inten­siv über die vor­ge­stell­ten Zwi­schen­er­geb­nis­se zur Daten­aus­wahl und ‑auf­be­rei­tung und die über­ar­bei­te­ten Kon­zep­te der Sekun­där­ana­ly­sen dis­ku­tiert. Anschlie­ßend wur­de das Kon­zept der For­schungs­in­fra­struk­tur vor­ge­stellt und gemein­sam im Hin­blick auf die Anfor­de­run­gen der Sekun­där­ana­ly­se­pro­jek­te über­prüft. Die Ergeb­nis­se der Anfor­de­rungs­ana­ly­se an neue Such- und Ana­ly­se-Werk­zeu­ge wur­den prä­sen­tiert und in der inter­dis­zi­pli­nä­ren Dis­kus­si­on ergänzt. Der kon­se­quent inter­dis­zi­pli­nä­re Ansatz, der den Auf­bau der For­schungs­in­fra­struk­tur mit der Kon­zep­ti­on neu­er IT-Werk­zeu­ge und arbeits­so­zio­lo­gi­scher For­schung ver­bin­det, war sehr pro­duk­tiv, da inhalt­li­che und metho­di­sche Anfor­de­run­gen der arbeits­so­zio­lo­gi­schen Sekun­där­ana­ly­sen und die neu­en Tech­no­lo­gien der IT- und Infor­ma­ti­ons­wis­sen­schaf­ten unmit­tel­bar auf­ein­an­der bezo­gen und adäqua­te Lösun­gen ent­wi­ckelt wer­den konn­ten. Zudem ermög­lich­te dies Syn­er­gie­ef­fek­te bei der Ent­wick­lung der tech­ni­schen Modu­le. Gleich­zei­tig stell­te er hohe Anfor­de­run­gen an alle Betei­lig­ten und erfor­der­te inten­si­ve, gele­gent­lich auch lang­wie­ri­ge Dis­kus­sio­nen und oft auch Pro­ble­me und Über­ar­bei­tungs­be­darf. Dies zeig­te sich ins­be­son­de­re bei Fra­gen von Anony­mi­sie­rung, Zugangs­mög­lich­kei­ten und Benut­zer­rol­len. Hier­zu wur­de eine inter­dis­zi­pli­nä­re AG gebil­det. Die als Arbeits­plan fest­ge­hal­te­nen Über­ar­bei­tungs­schrit­te, ers­te pro­to­ty­pi­sche Umset­zun­gen und expe­ri­men­tel­le Tests konn­ten bis Dezem­ber umge­setzt wer­den.


“Neue Kon­tu­ren von Pro­duk­ti­on & Arbeit. Inter­dis­zi­pli­nä­res Zen­trum für IT-basier­te qua­li­ta­ti­ve arbeits­so­zio­lo­gi­sche For­schung” eLa­bour-Eröff­nungs­kon­fe­renz: Göt­tin­gen (13.November 2015).

Auf der Grün­dungs­kon­fe­renz haben sich die Part­ner mit ihren Teil­pro­jek­ten vor­ge­stellt und gemein­sa­me Zie­le und Arbeits­schrit­te dis­ku­tiert. Der Vor­stand des Ver­bun­des wur­de kon­sti­tu­iert. Die anwe­sen­den Mit­glie­der der Bei­rats haben die Dis­kus­si­on mit Hin­wei­sen und Fra­gen beglei­tet und ihre Erwar­tun­gen an den Ver­bund zum Aus­druck gebracht.