Her­aus­ge­ge­ben von Kati Mozyg­em­ba, Wolf­gang Dun­kel, Tobi­as Gebel, Mau­re­en Haa­ker, Beti­na Holl­stein, Dilek Ikiz-Akin­ci, Tho­mas Lösch, Sil­ke Rei­ne­ke & Gesa Saloga

Zeit­plan

  • Call for Abs­tracts: Juni 2026
  • Ein­rei­chung von Abs­tracts: bis 31. August 2026
  • Ein­rei­chung von ein­ge­la­de­nen Bei­trä­gen: bis 31. März 2027
  • Peer Review: mit Ein­rei­chung lau­fend bis 30. Sep­tem­ber 2027
  • Inhalt­li­che Über­ar­bei­tun­gen: bis 31. Dezem­ber 2027
  • Lek­to­rat: nach Abschluss inhalt­li­ches Review bis 30. März 2028
  • Abga­be an FQS: 30. April 2028
  • End­fas­sung: 30. Juni 2028
  • Erschei­nen: 30. Sep­tem­ber 2028

Über den Call

Wir von Qual­i­da­ta­Net [https://www.qualidatanet.com/de/], dem Netz­werk für qua­li­ta­ti­ve For­schungs­da­ten, laden ein zu Bei­trä­gen für eine FQS-Schwer­punkt­aus­ga­be zum The­ma “Sekun­där­ana­ly­se qua­li­ta­ti­ver Daten: Ansät­ze, Prak­ti­ken, Her­aus­for­de­run­gen”. Wir schlie­ßen damit an vier frü­he­re FQS-Schwer­punkt­aus­ga­ben an: Text. Archiv. Re-Ana­ly­se [https://www.qualitative-research.net/index.php/fqs/issue/view/27], Sekun­där­ana­ly­se qua­li­ta­ti­ver Daten [https://www.qualitative-research.net/index.php/fqs/issue/view/13] Qua­li­ta­ti­ve For­schung, Archi­vie­rung, Sekun­där­nut­zung: Eine Bestands­auf­nah­me [https://www.qualitative-research.net/index.php/fqs/issue/view/12] sowie die bis­her letz­te FQS-Schwer­punkt­aus­ga­be Qua­li­ta­ti­ve Archi­ve und bio­gra­fi­sche For­schungs­me­tho­den [https://www.qualitative-research.net/index.php/fqs/issue/view/38] zu die­sem The­men­feld von 2011.

Seit­dem ist viel gesche­hen. Die Situa­ti­on für die Nach­nut­zung qua­li­ta­ti­ver For­schungs­da­ten hat sich in den letz­ten 20 Jah­ren ver­än­dert. Was 2005 noch als Her­aus­for­de­rung galt – z.B. die Doku­men­ta­ti­on, Anony­mi­sie­rung, die Meta­da­ten­bil­dung und die recht­li­che Absi­che­rung – ist heu­te prak­tisch umsetz­bar. Die Sekun­där­ana­ly­se qua­li­ta­ti­ver For­schungs­da­ten ist kein Rand­the­ma mehr, und es steht auf­grund diver­ser Bemü­hun­gen von Forscher*innen und For­schungs­da­ten­zen­tren eine grö­ße­re Anzahl ver­schie­de­ner Daten­sät­ze zur wis­sen­schaft­li­chen Nach­nut­zung zur Ver­fü­gung. Die qua­li­ta­ti­ve Sekun­där­ana­ly­se wird so zu einem zen­tra­len Bau­stein für eine nach­hal­ti­ge, trans­pa­ren­te und kol­la­bo­ra­ti­ve For­schungs­kul­tur.

Doch trotz ihres Poten­zi­als bleibt ihre Nut­zung häu­fig noch eine Aus­nah­me und ist nicht grund­le­gend in die For­schungs­pra­xis ein­ge­gan­gen. For­schen­de im Bereich der Sekun­där­ana­ly­sen und Inter­es­sier­te an der Sekun­där­nut­zung von For­schungs­da­ten suchen nach Aus­tausch, Vor­bil­dern, Best Prac­ti­ces. Hier set­zen wir mit der Schwer­punkt­aus­ga­be an mit dem Ziel einer pra­xis­na­hen Dis­kus­si­on und Refle­xi­on: Wir laden qua­li­ta­tiv For­schen­de aus allen Dis­zi­pli­nen und The­men­be­rei­chen herz­lich ein, ihre Erfah­run­gen, Ideen und Stand­punk­te bzgl. der Sekun­där­nut­zung qua­li­ta­ti­ver Daten zu tei­len und ihre unter­schied­li­chen Per­spek­ti­ven ein­zu­brin­gen.  Der inhalt­li­che Fokus liegt auf

  • dem Her­aus­ar­bei­ten der Bedeu­tung und der Rele­vanz der Sekun­där­nut­zung qua­li­ta­ti­ver For­schungs­da­ten für die For­schungs­pra­xis/-kul­tur,
  • der Dar­stel­lung der Ent­wick­lung der letz­ten 25 Jah­re und des Sta­tus Quo sowie der Not­wen­dig­keit einer aktu­el­len, kri­ti­schen Dis­kus­si­on sowie
  • der Prä­sen­ta­ti­on metho­di­scher und metho­do­lo­gi­scher Bei­trä­ge zur Sekun­där­nut­zung qua­li­ta­ti­ver Daten.

Haben Sie Erfah­run­gen mit der Sekun­där­nut­zung qua­li­ta­ti­ver Daten oder Gedan­ken zu mög­li­chen Ansät­zen, Metho­den, Prak­ti­ken, mög­li­chen Tür­öff­nern und zu über­win­den­den Hin­der­nis­sen? Dann freu­en wir uns, wenn Sie die­se Schwer­punkt­aus­ga­be mit­ge­stal­ten.

Wir suchen Bei­trä­ge aus unter­schied­li­chen Dis­zi­pli­nen wie Sozio­lo­gie, Sprach­wis­sen­schaft, Bil­dungs­for­schung, Sozi­al- und Kul­tur­anthro­po­lo­gie, Gesund­heits­wis­sen­schaft, Poli­tik­wis­sen­schaft, Wirt­schafts­wis­sen­schaf­ten und dar­über hin­aus zu fol­gen­den Schwer­punkt­the­men:

Theo­re­ti­sche und metho­do­lo­gi­sche Grund­la­gen der Sekun­där­ana­ly­se

Mög­li­che Fra­gen könn­ten sein:

  • Wel­che ver­schie­de­nen Ver­ständ­nis­se von Sekun­där­ana­ly­se lie­gen vor?
  • Für wel­che For­schungs­fra­gen eig­nen sich Sekun­där­ana­ly­sen beson­ders gut?
  • Wie las­sen sich Sekun­där­ana­ly­sen gewinn­brin­gend mit Pri­mär­er­he­bun­gen kom­bi­nie­ren?
  • Wel­che Metho­den kön­nen sinn­voll im Rah­men einer Sekun­där­ana­ly­se ein­ge­setzt wer­den?
  • An wel­chen Stel­len stößt die For­schungs­stra­te­gie an ihre Gren­zen?
  • Kön­nen Sekun­där­ana­ly­sen “ech­te” qua­li­ta­ti­ve For­schung sein?
  • Wel­che Rol­le spie­len Zie­le der Repli­ka­ti­on und Repro­duk­ti­on von Stu­di­en­ergeb­nis­sen im Zusam­men­hang mit qua­li­ta­ti­ven Sekun­där­ana­ly­sen?
  • Wel­che Kri­te­ri­en soll­ten für eine qua­li­ta­tiv gute Sekun­där­ana­ly­se ange­legt wer­den?
  • Wie wird in der Sekun­där­ana­ly­se der Bezug zur Pri­mär­for­schung her­ge­stellt?
  • Wie stel­len sich neue metho­do­lo­gi­sche, erkennt­nis­theo­re­ti­sche, ethi­sche und infra­struk­tu­rel­le Fra­gen für die qua­li­ta­ti­ve Sekun­där­ana­ly­se durch neu ent­ste­hen­de rech­ner­ge­stütz­te und künst­li­che Intel­li­genz (KI)-unterstützte Werk­zeu­ge?

Pra­xis­na­he Fall­stu­di­en & Best-Prac­ti­ce-Bei­spie­le für die Umset­zung von Sekun­där­ana­ly­sen

Mög­li­che Fra­gen könn­ten sein:

  • Wie wur­de eine Sekun­där­ana­ly­se umge­setzt?
  • Wel­che Her­aus­for­de­run­gen tra­ten auf – und wie wur­den sie gelöst?
  • Wor­an ist eine Sekun­där­ana­ly­se geschei­tert? Was kann aus dem Schei­tern gelernt wer­den?
  • Wel­che Rol­le spie­len For­schungs­da­ten­zen­tren und infor­mel­le Netz­wer­ke für die Sekun­där­nut­zung, und wie wird die kon­kre­te Zusam­men­ar­beit in der Pra­xis von For­schen­den erfah­ren?
  • Wel­che Rol­le spie­len die (mit-)archivierten Daten­ty­pen (Audi­os, Tran­skrip­te, Video­da­ten) und For­schungs­ma­te­ria­li­en sowie die Doku­men­ta­ti­on der Daten­er­he­bung und die Anony­mi­sie­rung von Daten für deren Nach­nutz­bar­keit?

For­schungs­ethik & Daten­schutz

Mög­li­che Fra­gen könn­ten sein:

  • Unter­schei­den sich for­schungs­ethi­sche Anfor­de­run­gen zwi­schen Sekun­där­ana­ly­se und Pri­mär­for­schung und wenn ja, wie?
  • Wie wird das Ver­trau­ens­ver­hält­nis zwi­schen For­schen­den und Beforsch­ten in der Sekun­där­ana­ly­se bewahrt?
  • Wel­che Risi­ko­ab­wä­gun­gen sind not­wen­dig?
  • Wie wird mit sen­si­blen The­men umge­gan­gen?
  • Wie kann das Prin­zip der infor­mier­ten Ein­wil­li­gung (Infor­med Con­sent) für zukünf­ti­ge, im Vor­feld noch unbe­kann­te Sekun­där­nut­zun­gen ethisch und recht­lich trag­fä­hig gestal­tet wer­den?
  • Wie las­sen sich recht­li­che Grau­zo­nen und ethi­sche Schutz­pflich­ten beim Umgang mit “Alt­da­ten” ohne expli­zi­te Ein­wil­li­gung mit­ein­an­der ver­ein­ba­ren? Wel­che Kri­te­ri­en ent­schei­den dar­über, ob eine Nach­nut­zung aus wis­sen­schaft­li­cher Sicht ver­tret­bar ist?
  • Gibt es bei der Auf­be­rei­tung von For­schungs­da­ten für die Sekun­där­nut­zung einen Wider­spruch zwi­schen Daten­schutz­an­for­de­run­gen und wis­sen­schaft­li­chem Ertrag? Wor­in besteht er und wie kann damit umge­gan­gen wer­den? Wel­che Spiel­räu­me für den Aus­gleich kon­kre­ter Wider­sprü­che gibt es?

Kri­ti­sche Refle­xi­on & Zukunfts­per­spek­ti­ven

Mög­li­che Fra­gen könn­ten sein:

  • Wie kann die Kul­tur der Nach­nut­zung gestärkt wer­den?
  • Wel­che Anrei­ze zum Tei­len und Nach­nut­zen von Daten feh­len noch auf den unter­schied­li­chen Ebe­nen im Wis­sen­schafts­sys­tem – und wie kön­nen sie geschaf­fen wer­den?
  • Wo gibt es Poten­zia­le zur Ver­bes­se­rung der Zusam­men­ar­beit (oder eher: des Aus­tau­sches?) zwi­schen For­schen­den und For­schungs­da­ten­zen­tren?
  • Inwie­weit prä­gen natio­na­le recht­li­che Rah­men­be­din­gun­gen die Zugäng­lich­keit von Daten, und wel­che län­der­spe­zi­fi­schen Unter­schie­de las­sen sich in der Ent­wick­lung der Sekun­där­ana­ly­se-Debat­te beob­ach­ten?

Inter­dis­zi­pli­nä­re Per­spek­ti­ven

Mög­li­che Fra­gen könn­ten sein:

  • Wie unter­schei­den sich die Prak­ti­ken in ver­schie­de­nen Dis­zi­pli­nen?
  • Wel­che Rol­le spielt der Ein­satz von Sekun­där­da­ten in den jewei­li­gen Dis­zi­pli­nen?
  • Wel­che Rol­le spielt die Sekun­där­da­ten­nut­zung für die Leh­re?
  • Wie sieht die För­der­pra­xis für die Nut­zung von Sekun­där­da­ten aus?
  • Wel­che Bedeu­tung hat die Ent­schei­dung für eine Sekun­där­nut­zung für die wis­sen­schaft­li­che Kar­rie­re?

War­um die­se Aus­ga­be wich­tig ist: Wir wol­len mit ihr dazu bei­tra­gen,

  • Theo­rie, Pra­xis und Infra­struk­tur zu ver­bin­den,
  • kon­kre­te For­schung mit qua­li­ta­ti­ven Daten dar­zu­stel­len und
  • eine Ver­grö­ße­rung des Wis­sens um die Sekun­där­ana­ly­se – und damit zur Nach­hal­tig­keit der For­schung zu errei­chen.

Mit der Aus­ga­be wol­len wir Mög­lich­kei­ten der Sekun­där­ana­ly­se in ver­schie­de­nen Dis­zi­pli­nen zei­gen. Wir wol­len dazu ver­hel­fen, Erfah­run­gen von Forscher*innen und in der aka­de­mi­schen Leh­re Täti­gen über natio­na­le Gren­zen hin­weg zu tei­len, Her­aus­for­de­run­gen und Lösun­gen zu iden­ti­fi­zie­ren sowie ethi­sche Fra­gen, Infra­struk­tur­be­dar­fe und kul­tu­rel­le Zugän­ge und Bar­rie­ren zu adres­sie­ren, ganz im Sin­ne des Ziels von FQS, die Dis­kus­si­on und den Aus­tausch zwi­schen Forscher*innen ver­schie­de­ner Natio­na­li­tä­ten und Dis­zi­pli­nen im Bereich der qua­li­ta­ti­ven Sozi­al­for­schung zu för­dern. Unab­hän­gig von ihrem dis­zi­pli­nä­ren Hin­ter­grund sind alle For­schen­den herz­lich will­kom­men, die durch ihre prak­ti­schen oder theo­re­ti­schen Erfah­run­gen mit qua­li­ta­ti­ven Sekun­där­ana­ly­sen neue Impul­se in die­se Dis­kus­si­on ein­brin­gen möch­ten.

For­ma­le Grund­la­ge für die ein­zu­rei­chen­den Abs­tracts und spä­ter Arti­kel

Sie möch­ten mit Ihren Erfah­run­gen zur Dis­kus­si­on bei­tra­gen? Dann sen­den Sie bit­te bis zum 31. August 2026 Ihr Abs­tract (max. 500 Wör­ter) unter Anga­be des Titels, Ihres Namens und Ihrer Kon­takt­da­ten sowie der Spra­che, in der Ihr Text geschrie­ben wer­den wird (Deutsch oder Eng­lisch) an info@qualidatanet.com. Nut­zen Sie die­se E‑Mail-Adres­se auch gern für etwa­ige Rück­fra­gen.

Die for­ma­len Vor­ga­ben für die Gestal­tung der Arti­kel fin­den Sie unter https://www.qualitative-research.net/index.php/fqs/submission/checklist.

Wir freu­en uns auf Ihren Bei­trag!

Qual­i­da­ta­Net – Das Netz­werk für qua­li­ta­ti­ve Daten
https://www.qualidatanet.com
Ein Ser­vice der als Teil der Natio­na­len For­schungs­da­ten­in­fra­struk­tur im Kon­sor­ti­um für die Sozial‑, Bildungs‑, Ver­hal­tens- und Wirt­schafts­da­ten (Kons­ortSWD) betrie­ben wird.