Datenschutz

Datenschutz 2020-03-31T14:19:10+00:00

Die aktualisierte Version 03 vom März 2019 ist zusammen mit dem RA Jan Schallaböck der Kanzlei iRight.Law enstanden und ist als „lebendiges Dokument“ zu verstehen, welches regelmäßig vervollständigt und aktualisiert wird:

Download [PDF]: Datenschutzkonzept eLabour Version 03, März 2019

Der Umstand, dass viele DatenhalterInnen Bedenken haben, ihr Material für eine sekundär-analytische Nutzung zur Verfügung zu stellen, ist eng mit Problemen der Anonymisierung verbunden. Letztere treten bei qualitativer Forschung immer dann zu Tage, wenn Personen befragt werden (Medjedovic/Witzel 2010). Immerhin werden dabei Daten erhoben, die „sich auf eine identifizierte oder identifizierbare natürliche Person beziehen. Als Identifizierbar wird eine natürliche Person angesehen, die direkt oder indirekt, insbesondere mittels Zuordnung zu einer Kennung wie einem Namen, zu einer Kennnummer, zu Standortdaten, zu einer Online-Kennung oder zu einem oder mehreren besonderen Merkmalen identifiziert werden kann; die Ausdruck der physischen, physiologischen, genetischen, wirtschaftlichen, kulturellen oder sozialen Identität dieser natürlichen Personen sind“ (Art. 4. DSGVO). Es handelt sich also um personenbezogenen Daten die der Europäischen Datenschutzgrundverordnung und damit besonderen Schutzrechten unterliegen. , die „Einzelangaben über persönliche und sachliche Verhältnisse einer bestimmten oder bestimmbaren natürlichen Person“ (§ 3 Abs. 1 BDSG) beinhalten. Es handelt sich also um personenbezogene Daten, die dem Bundesdatenschutz und damit besonderen Schutzrechten unterliegen.

Die zentrale Herausforderung für die Archivierung und sekundäranalytische Nutzung liegt hierbei darin, das qualitative Daten in der Arbeits- und Industriesoziologie sehr dichte Beschreibungen beinhalten, die komplexe Einblicke in kombinierte biografische und betriebliche Kontexte und Strukturen geben. Damit besteht eine Gefahr der Identifikation durch Sekundärdatennutzende die selbst über organisations- und personenbezogenes Wissen, insbesondere im Fall von Experteninterviews, verfügen bzw. sich auf einfachen Weg (Onlinesuche) besorgen können. Zudem besteht durch die Kombination der von biografischen und organisationalen Informationen ein doppeltes Identifizierungsrisiko von Personen durch Informationen der Organisation und umgekehrt.

Dieser spezifischen Gefahrenlage wurde im Rahmen der Risikobewertung der Daten Rechnung getragen und eine datenbezogene Risikoklassifizierung erstellt. Entsprechend den Risikoklassen wurden daran anschließend differenzierte Anonymisierungsstufen und Zugangswege für Nutzergruppen konzipiert. Dadurch ergibt sich insbesondere die Möglichkeit über gestufte Anonymisierungsgrade mehr oder weniger anonymisiertes Material, entsprechend den Forschungsinteressen verfügbar zu machen. Die Sicherstellung des Schutzes der Befragten wird bei diesem Vorgehen durch zusätzliche technische (Zugangskontrollen) und organisatorische Maßnahmen (Nutzerverträge) sichergestellt. Ein solches Vorgehen wurde jüngst bereits auch in einem höchstrichterlichen Beschluss des Europäischen Gerichtshofes zur relativen Bewertung von Anonymität (Urteil vom 19.10.2016, Az.: C‑582/14 zu einem an-5 -deren Fall) bestätigt und wird auch unter der neuen europäischen Datenschutz Grundverordnung bestand haben.