Peter Birke, Nicole Mayer-Ahuja:Geht nicht – bringt nichts? Ein neuer Blick auf alltägliche Arbeitserfahrung und Labour Unrest seit den 1990er Jahren auf Basis der Sekundäranalyse arbeitssoziologischen Materials

>>Peter Birke, Nicole Mayer-Ahuja:Geht nicht – bringt nichts? Ein neuer Blick auf alltägliche Arbeitserfahrung und Labour Unrest seit den 1990er Jahren auf Basis der Sekundäranalyse arbeitssoziologischen Materials

Peter Birke, Nicole Mayer-Ahuja:Geht nicht – bringt nichts? Ein neuer Blick auf alltägliche Arbeitserfahrung und Labour Unrest seit den 1990er Jahren auf Basis der Sekundäranalyse arbeitssoziologischen Materials

Was wissen wir über Praktiken alltäglicher Kooperation im betrieblichen Kontext, die gemeinhin als Quelle von ›Labour Unrest‹ betrachtet werden, und wie haben sie sich seit den 1990er Jahren verändert? In diesem Beitrag argumentieren wir, dass das arbeitssoziologische Material, das in den vergangenen Jahrzehnten etwa im Rahmen von Betriebsfallstudien erzeugt wurde, uns der Antwort auf diese Frage näher bringen kann. Ausgehend von einer kurzen Diskussion über die Methode der Sekundäranalyse und die Besonderheiten des empirischen Materials, die in der Arbeitssoziologie und darüber hinaus nach wie vor kritische Einschätzungen bezüglich dieses Forschungsansatzes provozieren, möchten wir dessen Stärken am Beispiel der Analyse von Labour Unrest in der westdeutschen Automobilindustrie demonstrieren. Basierend auf vier (am SOFI durchgeführten) Fallstudien wird zunächst diskutiert, inwiefern die sich verändernden Projektfragestellungen als Indikator für gesellschaftlichen Wandel in und außerhalb des Betriebes gelten können. Im Anschluss daran werden vier spezifische Konstellationen quer zu den Fallstudien in Hinblick auf Veränderungen von Labour Unrest befragt, wobei wir davon ausgehen, dass Arbeit im betrieblichen Kontext in vieler Hinsicht als Brennspiegel fungieren kann, in dem sich politische, ökonomische und gesellschaftliche Dynamiken gleichsam gebündelt niederschlagen. Anhand einer intensiven Analyse des empirischen Materials zeichnen wir nach, wie sich die Grenzen von Kollektivität im Zuge organisatori­scher Veränderungen entwickelt haben; wie alltägliche Erfahrung im Rahmen des Arbeitsprozesses sich in Konflikt und Kooperation niederschlagen und Solidarisierungs­potentiale beeinflussen; welche Beziehungen zwischen Labour Unrest und institutionali­sierter Interessenvertretung bestehen und welche Wechselwirkungen schließlich zwischen alltäglicher Arbeitserfahrung und Utopien von einer anderen Arbeitswelt zu erkennen sind. Ziel ist es, einen analytischen wie wissenschaftspolitischen Punkt zu machen: die Sekundäranalyse von arbeitssoziologischem Material funktioniert – und sie verspricht erheblichen wissenschaftlichen Mehrwert.

 

Von | 2018-09-20T15:22:35+00:00 20. September 2018|Unkategorisiert|0 Kommentare

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