Forschungsdaten

Forschungsdaten 2020-09-16T10:14:34+00:00

An dieser Stelle finden Sie eine Auflistung der Datenbestände aus Projekten, die über die eLabour-Plattform verfügbar sind oder verfügbar gemacht werden können:

Studientitel:

Rationalisierung, Krise, Arbeiter. Eine empirische Untersuchung der Industrialisierung auf der Werft

Projektleitung:

Michael Schumann

Wissenschaftliche Mitarbeiter*Innen:

Edgar Einemann, Christa Siebel-Rebell, Klaus Peter Wittemann und assoziiert: Martin Osterland, Günter Hörmann

Studienlaufzeit:

1975 – 1981

Forschungsfrage:

Ursprünglich lautete die Frage: Wie reagieren Arbeiter auf die Taylorisierung der Arbeit? und wurde dann im Zuge der gesellschaftlichen und politischen Entwicklungen umformuliert: Wie funktioniert und wirkt Rationalisierung? Wie reagieren Arbeiter auf die (Branchen-)Krise?

Studientitel:

Grenzen neuer Arbeitsformen

Projektleitung:

Norbert Altmann

Wissenschaftliche Mitarbeiter:

Peter Binkelmann, Klaus Düll, Heiner Stück

Studienlaufzeit:

1976 – 1980

Abstract:

Bezugnehmend auf den „Münchener Betriebsansatz“ fragt die Studie nach betrieblichen Strategien bei der Durchführung von Maßnahmen der Arbeitsgestaltung und Arbeitsorgansiation im Kontext des staatlich geförderten Programms zur „Humanisierung der Arbeit“ (HdA). Die Ergebnisse empirischer Fallstudien aus verschiedenen Industriebetrieben streichen heraus, dass strategische Interessen der Betriebe, durch neue Arbeitsformen das Arbeitsvermögen der Arbeitskräfte breiter zu nutzen vor allem Form veränderter Leistungspolitik umgesetzt wird. Zugleich weisen die Ergebnisse auf ambivalente Auswirkungen neuer Arbeitsformen auf die Beschäftigten hin (z.B. höhere Dispositionsspielräume bei gleichzeitig gestiegenem Leistungsdruck).

Forschungsfrage:

Die Kernfrage richtet sich auf betrieblichen Bedingungen und Interessen, die sich mit der Initiierung und Gestaltung neuer Formen der Arbeit verbinden: „Welche betrieblichen Bedingungen stoßen die Veränderungen bestehender Formen der Arbeitsgestaltung an? Welche konkreten Interessen verbindet der Betrieb auf dem Hintergrund seiner Rahmenbedingungen mit Veränderungen der Arbeitssituation? Welche Interessen an einer erweiterten Nutzung menschlichen Arbeitsvermögens kommen darin zum Ausdruck und welche Momente von „Humanisierung“ (bzw. welche Potentiale der Reproduktion) sind darin angelegt?“

Projekttitel:

Sozialwissenschaftliche Begleitforschung zum Vorhaben der VWAG „Neue Handhabungssysteme als Technische Hilfen für den Arbeitsprozeß“

Projektleitung:

Otfried Mickler

Wissenschaftliche Mitarbeiter:

Manfred Kalmbach, Wolfgang Pelull, Fred Manske, Rolf Kasiske

Studienlaufzeit:

1977 – 1979

Forschungsfrage:

Die Auswertung von Materialien und Analysen über die Automobilindustrie soll die branchenspezifischen Aspekte der Entwicklung von Handhabungssystem verdeutlichen. Die Aufarbeitung der mittlerweile umfangreichen Fachliteratur über die technische Konzeption und den betrieblichen Einsatz von Handhabungssystemen soll dann dazu dienen, eine klare Einschätzung ihrer Einsatzmöglichkeiten, technischen Alternativen und ihres betriebswirtschaftlichen Nutzens zu vermitteln, sowie eine Einordnung des Untersuchungsfalles in die allgemeine Entwicklung dieser technischen Innovation ermöglichen. Auf diesem Hintergrund sind die Hypothesen des Untersuchungsansatzes zu operationalisieren und in das Erhebungsinstrumentarium umzusetzen; damit soll auch untersucht werden, von welchen Instanzen und in welchem Maße „Humanisierung der Arbeit“ als primäres und originäres Interesse durch unternehmensinterne Strukturen getragen und gefördert wird.

Studientitel:

Kern/ Schumann II –  Das Ende der Arbeitsteilung? Rationalisierung in der industriellen Produktion

Projektleitung:

Horst Kern, Michael Schumann

Studienlaufzeit:

1981 – 1984

Forschungsfrage:

Die Studie war als (offene) Follow-up-Studie zu Kern/Schumanns „Industriearbeit und Arbeiterbewußtsein“ (1970) konzipiert. Es sollten nicht nur die historischen Verlaufsformen der Rationalisierung betrachtet werden, es ging auch darum die Frage nach den entstandenen Rationalisierungspotentialen und ihrer wahrscheinlichen Nutzung in der Zukunft zu beantworten: „Wichtig wurde uns zu klären, was von den technisch-organisatorischen Potentialen, die geschaffen worden waren, tatsächlich zu erwarten ist. In ihrer endgültigen Gestalt ist unsere Untersuchung also auch der Versuch einer Antizipation künftiger Entwicklungen in den Betrieben“

Studientitel:

Junge Frauen im Verkaufsberuf. Berufliche Sozialisation, Arbeits- und Lebensperspektiven

Projektleitung:

Monika Goldmann (sfs Dortmund)

Wissenschaftliche Mitarbeiter*Innen:

Ursula Müller

Studienlaufzeit:

1981 – 1984

Abstract:

Ein durch das Bundesministerium für Jugend, Familie, Frauen und Gesundheit gefördertes Projekt mit einer Untersuchung mit 71 Auszubildenden in den Bereichen Lebensmittel und Textil vom zweiten Ausbildungsjahr bis zwei Jahre nach Ausbildungsabschluss.

Forschungsfrage:

Ziel der Untersuchung war, Aufschluss zu gewinnen über diejenigen Handlungsbedingungen junger Frauen im Warenverkauf, die die Entwicklung einer stabilen Berufsperspektive fördern oder hemmen. Das Forschungsinteresse richtete sich auf junge Frauen, die den Beruf der Verkäuferin erlernen. Schwerpunkte der Untersuchung waren die Fragen: Welche Erwartungen und Wünsche knüpfen junge Frauen an diesen Ausbildungsberuf? Welche Rolle spielt der Beruf in ihrer Lebensplanung? Wie setzen sich junge Frauen mit ihren Erfahrungen in der Ausbildung auseinander und welches Berufsverständnis entwickeln sie aufgrund dieser Erfahrungen?

Studientitel:

Rationalisierung und Arbeiterverhalten – Eine Folgestudie zu „Industriearbeit und Arbeiterbewußtsein

Projektleitung:

Horst Kern, Michael Schumann

Studienlaufzeit:

1983 – 1984

Abstract:

Die Studie war als (offene) Follow-up-Studie zu Kern/Schumanns „Industriearbeit und Arbeiterbewußtsein“ (1970) konzipiert.

Forschungsfrage:

Nicht nur sollten historische Verlaufsformen der Rationalisierung betrachtet werden, es ging auch darum die Frage nach den entstandenen Rationalisierungspotentialen und ihrer wahrscheinlichen Nutzung in der Zukunft zu beantworten (S. 15): „Wichtig wurde uns zu klären, was von den technisch-organisatorischen Potentialen, die geschaffen worden waren, tatsächlich zu erwarten ist. In ihrer endgültigen Gestalt ist unsere Untersuchung also auch der Versuch einer Antizipation künftiger Entwicklungen in den Betrieben“ (ebd.).

Studientitel:

Alltägliche Lebensführung

Projektleitung:

Karl Martin Bolte

Wissenschaftliche Mitarbeiter*Innen:

Luise Behringer, Sylvia Dietmaier, Ina Dietzsch, Wolfgang Dunkel, Michael Hofmann, Karin Jurczyk, Werner Kudera, Maria S. Rerrich, G. Günter Voß, Margit Weihrich (u.a.m.)

Studienlaufzeit:

1987 – 1996

Abstract:

Das Projekt zur alltäglichen Lebensführung wurde als Teilprojekt des Sonderforschungsbereiches 333 „Entwicklungsperspektiven von Arbeit“ unter der Leitung von Prof. Dr. Karl Martin Bolte an der Ludwig-Maximilians-Universität München und in den Jahren 1992-1994 zusätzlich an der Universität Leipzig durchgeführt. In dem Projekt wurde der Forschungsansatz der „Alltäglichen Lebensführung“ entwickelt und damit eine bis in die Gegenwart reichende Forschungstradition etabliert. Das Forschungsinteresse war in erster Linie empirisch ausgerichtet. Der Datensatz umfasst insgesamt 238 qualitative, vollständig transkribierte Lebensführungsinterviews, die von 1987 bis 1993 durchgeführt wurden. Der Datensatz ist in das Archiv des ISF München aufgenommen und im Rahmen des Projekts eLabour für die Nachnutzung aufbereitet worden.

Forschungsfragen:

In der ersten Projektphase (1987-1991) wurde auf der Basis einer subjektorientierten Forschungsperspektive die Fragestellung in den Mittelpunkt gerückt, ob sozialstrukturelle Entwicklungstendenzen (wie Individualisierung als Freisetzung aus traditionellen Bindungen oder Deregulierung von Arbeitszeiten und Beschäftigungsverhältnissen) ihr Korrelat auf der Ebene der Alltagsorganisation haben. Dabei wurde die Herstellung des Alltags als aktive Leistung des Subjekts gefasst und empirisch untersucht.
In der zweiten Projektphase (1991-1994) wurde der ostdeutsche Transformationsprozess untersucht. Dabei wurde wiederum mit dem Instrumentarium qualitativer Interviews der Frage nachgegangen, in welcher Weise sich Journalist*innen, Arbeiter, Verkäuferinnen, Industrieangestellte und Altenpfleger*innen, die damals in der Region Leipzig gelebt haben, über ihre Lebensführung mit den fundamentalen Veränderungen der Wende- und der unmittelbaren Nachwendezeit arrangieren.

Studientitel:

Grenzen der Entgrenzung von Arbeit – Notwendigkeit einer Neuformierung der Arbeitsforschung

Projektleitung:

Prof. Dr. Michael Schumann

Wissenschaftliche Mitarbeiter*Innen:

Nicole Mayer-Ahuja, Harald Wolf

Studienlaufzeit:

2002 – 2005

Abstract:

Die Zukunft der Arbeit steht im Zeichen ökonomischer, technischer wie organisatorischer Entgrenzungstendenzen und von neuen sozialen, politischen wie individuellen Grenzziehungen zugleich. Bei der Erforschung dieser komplexen Doppelbewegung wird eine rein (teil-)disziplinbezogene Arbeitsforschung zunehmend selbst zur Erkenntnis- und Gestaltungsbarriere. An der deshalb notwendigen Neuformierung will das Vorhaben mitwirken, indem es – unter Beteiligung von Arbeitssoziologie, Betriebswirtschaftslehre, Frauenforschung und Arbeitsmarkt-/Erwerbssoziologie, Arbeitsrecht, Industrial-Relations-Forschung sowie Arbeitspsychologie – einen neuen Typus netzwerkförmiger, empirisch-interdisziplinärer Arbeitsforschung exemplarisch erprobt. Es geht um forschungsprozessorientierte Interdisziplinarität im Zugriff auf einen zukunftsweisenden Gegenstand: Sechs empirische, organisatorisch eng koordinierte Teilprojekte untersuchen die Entwicklungstendenzen von Arbeit im Trendsektor Neue Medien und Kulturindustrie auf verschiedenen, in Wechselwirkung stehenden Ebenen (Unternehmensorganisation, Erwerbsformen und Geschlechterarrangements, Arbeitsrecht, Interessenregulierung, Arbeitsorganisation, Arbeitsidentität), orientiert an gemeinsamen Leithypothesen sowie an den Leitbegriffen „Grenzen der Entgrenzung“, „Autonomie“ und „Bindung“. Durch ein solches Konzept der empirisch-interdisziplinären Konzentration auf einen Trendsektor, in dem sich Zukunftsperspektiven vieler anderer Sektoren bereits heute konkret studieren lassen, bestehen gute Chancen, realistische Hinweise auf mögliche Modelle einer künftigen Arbeitswelt zu gewinnen und damit dazu beizutragen, dass Arbeitsforschung diagnose- und, in welchen engen Grenzen auch immer, prognosefähig bleibt. Um die enge inhaltliche wie organisatorische Abstimmung der Projektarbeiten sowie deren frühzeitige Verzahnung mit einem praxisgerechten Transfer der Ergebnisse sicher zu stellen, kommen – neben der Koordinierungsaktivität des Leitprojekts, mehreren Workshops und einem intensiven internationalen wie nationalen Erfahrungsaustausch – auch neue Formen des webgestützten Forschens und der Projektpräsentation über das Internet zur Anwendung.

Forschungsfrage:

Die Konsequenzen neuer Unternehmens-, Beschäftigungs- und Arbeitsformen werden gegenwärtig in erster Linie noch unter dem Blickwinkel der Entgrenzung alter Strukturmuster diskutiert, sei es, dass damit verbundene neue Freiheiten betont werden, sei es als Negativszenario. Gefragt wird also nach den sozialen Folgen der im Kontext des Umbruchs von Arbeitsstrukturen allenthalben konstatierten Entgrenzungs-, Desintegrations- und Differenzierungstendenzen. Diese Perspektive sollte mit dem Projekt, das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert wurde, erweitert werden um die Frage nach neuen Regeln der Sozial- und Systemintegration, die sich in den veränderten Erwerbsarbeitsverhältnissen herauszubilden beginnen. Das Vorhaben folgte einer doppelten Leithypothese: 1) Auf allen Ebenen, auf denen sich Entgrenzungstendenzen zeigen, lassen sich auch bereits die Ansatzpunkte und ersten Elemente (zum Teil auch alternativen Möglichkeiten) neuer Normierungen und Regulierungen – d. h. neuer Grenzen – von Erwerbsarbeit identifizieren. 2) Diese neuen Grenzen werden typischerweise von den Entwicklungen und Aushandlungsprozessen auf jeweils anderen Ebenen des übergreifenden Problemzusammenhangs der Neukonturierung von Arbeit und Organisation (mit)bestimmt. Gerade die heute anstehende genauere Bestimmung der Grenzen der Entgrenzung von Arbeit und Organisation hat deshalb auch eine entschiedene – interdisziplinär und international ausgerichtete – Entgrenzung der Arbeitsforschung zur Voraussetzung.

Studientitel:

Sozialwissenschaftliche Evaluation des VW Projekts 5000 x 5000/Auto 5000 GmbH

Projektleitung:

Prof. Dr. Michael Schumann

Wissenschaftliche Mitarbeiter*Innen:

Martin Kuhlmann, Hans Joachim Sperling, Frauke Sanders

Studienlaufzeit:

2002 – 2006

Abstract:

Unter der Überschrift 5000 x 5000 will die Volkswagen AG, abgesichert durch mehrere eigens verhandelte Tarifverträge, im Rahmen eines eigenständigen Unternehmens (Auto 5000 GmbH) neue beschäftigungs- und arbeitspolitische Wege der Automobilherstellung beschreiten. Konkret geht es darum, neue Beschäftigungsmöglichkeiten für zunächst 3.500 Arbeitslose am Standort Wolfsburg zu erschließen, um eine Erprobung neuer Formen der Personalrekrutierung und der prozessorientierten Qualifizierung sowie um die Realisierung innovativer arbeitspolitischer Konzepte in den Bereichen Arbeits-, Betriebs- und Unternehmensorganisation, neuartige leistungspolitische Regelungen und eine veränderte Entgeltgestaltung. Unter der Überschrift 5000 x 5000 will die Volkswagen AG, abgesichert durch mehrere eigens verhandelte Tarifverträge, im Rahmen eines eigenständigen Unternehmens (Auto 5000 GmbH) neue beschäftigungs- und arbeitspolitische Wege der Automobilherstellung beschreiten. Konkret geht es darum, neue Beschäftigungsmöglichkeiten für zunächst 3.500 Arbeitslose am Standort Wolfsburg zu erschließen, um eine Erprobung neuer Formen der Personalrekrutierung und der prozessorientierten Qualifizierung sowie um die Realisierung innovativer arbeitspolitischer Konzepte in den Bereichen Arbeits-, Betriebs- und Unternehmensorganisation, neuartige leistungspolitische Regelungen und eine veränderte Entgeltgestaltung.
Angesichts der Tatsache, dass in diesem Vorhaben Innovationen in mehreren Gestaltungsfeldern integriert werden, sowie vor dem Hintergrund der breiten öffentlichen Aufmerksamkeit und teilweise kontroverser Diskussionen im Vorfeld des Abschlusses der zugrundeliegenden Tarifvereinbarungen besteht die Aufgabe des SOFI darin, das Projekt 5000 x 5000 durch sozialwissenschaftliche Untersuchungen der Umsetzungsschritte und Auswirkungen zu begleiten. Hierbei geht es insbesondere darum, die im Projekt gewonnenen Erfahrungen systematisch aufzunehmen, Transparenz über die Effekte und Einflussfaktoren der Gestaltung herzustellen und einen Beitrag zur Klärung der Frage zu leisten, inwieweit die Projektziele erreicht wurden und in welcher Form 5000 x 5000 in beschäftigungs- und arbeitspolitischer Hinsicht modellhaft und übertragbar sein könnte.
Die Vorgehensweise der sozialwissenschaftlichen Evaluation sieht so aus, dass die durch Interviews, Gruppendiskussionen, Befragungen, Beobachtungen sowie Arbeits-, Gruppen- und Prozessanalysen gewonnenen Untersuchungsergebnisse zu verschiedenen Zeitpunkten zunächst an die Akteure des Projektes 5000 x 5000 rückgekoppelt werden, um hierdurch einen Beitrag zur Weiterentwicklung der Einzelkomponenten des Projektes und ihrer betrieblichen Integration zu leisten. Im Zentrum der Untersuchung stehen die Prozesse der Konkretisierung und Umsetzung der im Tarifsysteme 5000 x 5000 verabredeten Regelungen und Konzeptbestandteile sowie die Frage nach den arbeitssituativen Auswirkungen auf die verschiedenen Beschäftigtengruppen und deren Bewertung der bisherigen Erfahrungen. Bilanziert werden sollen außerdem die Effekte des personalpolitischen Ansatzes und der spezifischen Qualifizierungspraxis sowie die Projekterfahrungen unter Interessenvertretungsgesichtspunkten. Neben der anwendungsorientierten Zielsetzung einer unterstützenden Begleitung und Evaluation der Auto 5000 GmbH verfolgt das Projekt aber auch grundlagenorientierte Erkenntnisabsichten: etwa bei der Klärung der Frage der Wirksamkeit einer Verknüpfung von Qualifizierung und Organisationsentwicklung sowie generell bei der Überprüfung und Weiterentwicklung von Konzepten innovativer Arbeitspolitik, die den Anspruch einzulösen versuchen, verbesserte wirtschaftliche Leistungsfähigkeit mit humanorientierten und sozialen Zielen zu verknüpfen. Aufgrund der tarifvertraglichen Regulierung von 5000 x 5000 und der vergleichsweise weitreichenden Einbindung der betrieblichen Interessenvertretung besteht ein besonderes Ziel der Untersuchung in einer exemplarischen Verknüpfung so unterschiedlicher Themenbereiche wie Arbeitsmarkt und Beschäftigung, Qualifizierung, Industrielle Beziehungen und Arbeitspolitik. Die doppelte Zielsetzung der Prozessbegleitung und der Untersuchung von Auswirkungen des Vorhabens sowie die Kombination von Anwendungs- und Grundlagenforschung kommt auch in der Finanzierung des auf dreieinhalb Jahre ausgelegten Projektes zum Ausdruck, dessen Budget sich aus Forschungsmitteln zweier Stiftungen sowie Gewerkschafts- und Unternehmensgeldern zusammensetzt. Die Vorgehensweise der sozialwissenschaftlichen Evaluation sieht so aus, dass die durch Interviews, Gruppendiskussionen, Befragungen, Beobachtungen sowie Arbeits-, Gruppen- und Prozessanalysen gewonnenen Untersuchungsergebnisse zu verschiedenen Zeitpunkten zunächst an die Akteure des Projektes 5000 x 5000 rückgekoppelt werden, um hierdurch einen Beitrag zur Weiterentwicklung der Einzelkomponenten des Projektes und ihrer betrieblichen Integration zu leisten. Im Zentrum der Untersuchung stehen die Prozesse der Konkretisierung und Umsetzung der im Tarifsysteme 5000 x 5000 verabredeten Regelungen und Konzeptbestandteile sowie die Frage nach den arbeitssituativen Auswirkungen auf die verschiedenen Beschäftigtengruppen und deren Bewertung der bisherigen Erfahrungen. Bilanziert werden sollen außerdem die Effekte des personalpolitischen Ansatzes und der spezifischen Qualifizierungspraxis sowie die Projekterfahrungen unter Interessenvertretungsgesichtspunkten. Neben der anwendungsorientierten Zielsetzung einer unterstützenden Begleitung und Evaluation der Auto 5000 GmbH verfolgt das Projekt aber auch grundlagenorientierte Erkenntnisabsichten: etwa bei der Klärung der Frage der Wirksamkeit einer Verknüpfung von Qualifizierung und Organisationsentwicklung sowie generell bei der Überprüfung und Weiterentwicklung von Konzepten innovativer Arbeitspolitik, die den Anspruch einzulösen versuchen, verbesserte wirtschaftliche Leistungsfähigkeit mit humanorientierten und sozialen Zielen zu verknüpfen. Aufgrund der tarifvertraglichen Regulierung von 5000 x 5000 und der vergleichsweise weitreichenden Einbindung der betrieblichen Interessenvertretung besteht ein besonderes Ziel der Untersuchung in einer exemplarischen Verknüpfung so unterschiedlicher Themenbereiche wie Arbeitsmarkt und Beschäftigung, Qualifizierung, Industrielle Beziehungen und Arbeitspolitik. Die doppelte Zielsetzung der Prozessbegleitung und der Untersuchung von Auswirkungen des Vorhabens sowie die Kombination von Anwendungs- und Grundlagenforschung kommt auch in der Finanzierung des auf dreieinhalb Jahre ausgelegten Projektes zum Ausdruck, dessen Budget sich aus Forschungsmitteln zweier Stiftungen sowie Gewerkschafts- und Unternehmensgeldern zusammensetzt.

Forschungsfrage:

Ermittlung der Wirksamkeit (bzw. Nicht-Wirksamkeit) der praktisch-planerischen Maßnahmen zum Projekt 5000 x 5000 entlang ausgewählter Bewertungskriterien. Das primäre Ziel der Evaluationsforschung ist die Verbesserung der Praxis. Dazu werden die intendierten Wirkungen des Projektes überprüft und nicht intendierte Wirkungen offengelegt, um den „Erfolg“ bzw. auch „Misserfolg“ des Vorhabens bewertbar zu machen und auf dieser Basis notwendige Korrekturen zu ermöglichen.

Studientitel:

Eigensinnige Kunden. Der Einfluss strenger Zumutbarkeit auf die Erwerbsorientierung Arbeitsloser und prekär Beschäftigter

Projektleitung:

Klaus Dörre

Wissenschaftliche Mitarbeiter*Innen:

Melanie Booth, Hajo Holst, Karen Schierhorn

Studienlaufzeit:

2006 – 2011

Abstract:

Im Projekt wird die Transformation subjektiver Erwerbsorientierungen in den unteren Segmenten der Arbeitsgesellschaft im Zuge einer aktivierenden Arbeitsmarktpolitik untersucht. Im Mittelpunkt stehen die Wechselbeziehungen zwischen solchen Orientierungen bzw. Handlungsstrategien der betroffenen Personen und den Aktivierungsdiskursen sowie Instrumenten und Maßnahmen des Forderns und Förderns. In der ersten Projektphase liegt der Fokus auf folgenden Fragestellungen: Wie setzen sich die Adressaten einer aktivierenden Arbeitsmarktpolitik mit den veränderten, strengeren Anforderungen auseinander? Führt diese Auseinandersetzung zu Veränderungen von vorhandenen Erwerbsorientierungen? Warum orientieren sich bestimmte Gruppen weiter am ersten Arbeitsmarkt, während andere sich in Prekarität und Ausgrenzung einzurichten begin nen? Anders als die dezidiert effizienzorientierte Evaluationsforschung wollen wir diese Transformation aus der Perspektive der Adressaten aktivierender Arbeitspolitik rekonstruieren.

Studientitel:

Professionalisierung interaktiver Arbeit

Projektleitung:

Wolfgang Dunkel (ISF München, Verbundkoordination), Margit Weihrich (Universität Augsburg), G. Günter Voß (TU Chemnitz), Kerstin Rieder (Hochschule Aalen)

Wissenschaftliche Mitarbeiter*Innen:

Thomas Birken, Anita Hausen, Isabel Herms, Anna Hoffmann, Nick Kratzer, Wolfgang Menz, Marco Schröder

Studienlaufzeit:

2008 – 2012

Abstract:

Das Verbundprojekt wurde im Rahmen des BMBF-Förderschwerpunkts „Dienstleistungsqualität durch professionelle Arbeit“ durchgeführt. Neben den vier wissenschaftlichen Einrichtungen waren an dem Verbundprojekt drei Unternehmenspartner beteiligt. In dem Projekt wurde das Konzept der interaktiven Arbeit weiterentwickelt und für Fragen der Arbeitsgestaltung und Qualifizierung genutzt. Der Primärdatensatz umfasst insgesamt 308 Dokumente (Experteninterviews, Beschäftigteninterviews, Kundeninterviews, Beobachtungsprotokolle).

Forschungsfrage:

Ausrichtung und Zielsetzung des Vorhabens ist es, die interaktive Arbeit, die Mitarbeitende und Kunden erbringen, als Innovationsquelle für die Entwicklung und Förderung von Dienstleistungsqualität nutzbar zu machen. Dabei werden die Perspektiven der Kunden und der Dienstleistungsfachkräfte gleichermaßen verfolgt und so die vertrauten Felder der Arbeitsgestaltung und Qualifizierung entscheidend erweitert: Gegenstand sind nicht nur die Arbeitsbedingungen und Kompetenzen der Beschäftigten mit Kundenkontakt, sondern auch die Arbeitsbedingungen und Kompetenzen ihrer Interaktionspartner, der Kunden. Wie interaktive Arbeit konkret aussieht, wann sie gelingt, woran man scheitert, wie sie gestaltet und professionalisiert werden kann, wird anhand von drei Praxisfeldern untersucht: der Altenpflege, der Hotellerie und der Infrastruktur-Dienstleistung bei der Deutschen Bahn.

Studientitel:

Brüchige Legitimationen – neue Handlungsorientierungen? Gerechtigkeitsansprüche und Interessenorientierungen in Arbeit und Betrieb vor dem Hintergrund von Krisenerfahrungen

Projektleitung:

Berthold Vogel, Dieter Sauer

Wissenschaftliche Mitarbeiter*Innen:

Knut Tullius, Harald Wolf, Sarah Nies, Nick Kratzer, Wolfgang Menz

Studienlaufzeit:

2012 – 2014

Forschungsfrage:

Das Forschungsprojekt fragt daher danach, welche Ansprüche und Gerechtigkeitsnormen Beschäftigte vor dem Hintergrund von betrieblichen und gesellschaftlichen Krisenerfahrungen geltend machen und welche Handlungsorientierungen damit verbunden sind. Ins Zentrum rückt sie dabei im Unterschied zur Demoskopie die nachweisbar handlungsrelevanten Legitimationsansprüche von ArbeitnehmerInnen. Gefragt wird zum einem nach dem Charakter und Veränderungstendenzen von Beteiligungsansprüchen in Arbeit und Betrieb gefragt („prozedurale Legitimation“): Welchen Status betrachten die Beschäftigten vor dem Hintergrund der Prozesse der Krisenverarbeitung für sich selbst als Akteure als angemessen und gerecht? Welche Auswirkungen haben unterschiedliche Praxiskonstellationen und erfahrene Krisenverläufe auf die Beteiligungsansprüche der Beschäftigten? Welche Erfahrungen haben die Beschäftigten mit Beteiligungskonzepten von betrieblicher und gewerkschaftlicher Seite gemacht? Den zweiten Schwerpunkt bilden die Ergebnisansprüche der Beschäftigten („Output-Legitimation“) in Bezug auf konkrete Politikfelder (Beschäftigungs- und Entgeltsicherung, Arbeitszeit, Leistung und Belastung, Arbeitsgestaltung, betriebliche Innovationspolitik). Welche Bewertungsmuster im Hinblick auf die Verteilung von Anforderungen und Erträgen, von Belastungen und Handlungsmöglichkeiten lassen sich finden? Auf welche normativen Prinzipien greifen Männer und Frauen bei diesen Bewertungen zurück?